Haze in Singapur

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Wir erleben gerade unseren ersten Haze!

Gestern haben wir wie jeden Morgen die Terrassentüren aufgemacht um frische Luft hereinzulassen. Frisch war es nicht, denn es roch nach Feuer und wir haben einen komplett bedeckten Himmel gesehen: Haze aufgrund von Brandrodungen auf Sumatra.

Durch die stark erhöhten Schadstoffkonzentrationen können Reizungen der Augen und der Atemwegsorgane auftreten, darum laufen hier viele mit grünen OP-Masken oder richtigen Atemmasken durch die Gegend. Es sieht zwar albern aus, aber heute, am zweiten Tag, werde ich auch solche Masken besorgen, denn die Bronchien melden sich, der Hals ist trocken und der Kopf wird schwer.
Die Konzentrationen sind in den Stufen I-IV unterteilt, zur Zeit sind wir bei Stufe II.
Auf dieser Seite sind die aktuellen Werte abrufbar:
http://www.nea.gov.sg/anti-pollution-radiation-protection/air-pollution-control/psi/1-hr-pm2-5-readings

Die Brandrodungen in Indonesien und Malaysia geben neue Flächen für Holz- und Palmölplantagen. Leider kann mit diesen Produkten viel Geld verdient werden, so dass das Verbot für Brandrodungen nicht ernst genommen wird. Es gibt immer wieder Konferenzen und Abkommen innerhalb der Assoziation Südostasiatischer Staaten (Asean) um gegen die Haze-Ursachen vorzugehen, richtig genutzt haben diese Abkommen aber nicht. Vielleicht auch, weil viele Staaten der Asean finanziell an den profitierenden Firmen beteiligt sind.

Als ich das erste Mal von dem Phänomen Haze gehört habe, war ich noch weit weg in Deutschland und habe gedacht ‘Hm, nicht so schön’. Nun hocke ich mittendrin, sehe leere Straßen, vermisse die spielenden Kinder am Pool, gehe ungern nach draußen, fühle mich unwohl weil ich nicht durchatmen kann und denke ‘Was für ein großer Scheiß’.

Jetzt bleibt nur die Hoffnung auf Regen oder dass der Wind sich dreht – beides ist allerdings noch nicht in Sicht. Der letzte Haze im April ging zwei Wochen!

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