Mückenpolizei

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11 Uhr 30, es klingelt an der Tür.
Ich öffne, und vor mir stehen zwei Uniformierte mit gezückten Ausweisen: NEA, National Environment. Meine erste Bekanntschaft mit der Umweltbehörde.

Schon vorher habe ich Geschichten gehört von den Leuten, die in die Wohnung kommen und Blumentöpfe anschauen, Toilettenbürsten inspizieren und alles kontrollieren, wo Wasserlachen entstehen könnten.
Das hört sich nach totaler Überwachung an und genau das ist es auch. Aber bei mittlerweile mehr als 12.000 Dengue-Erkrankungen und 400 Zika-Fällen in diesem Jahr in Singapur bin ich erleichtert, dass diese Kontrollen stattfinden um der weiteren Verbreitung von Krankheiten Einhalt zu gebieten.

Der Officer war sehr höflich, hat sich die Schuhe vorm Betreten der Wohnung ausgezogen und war zufrieden, dass die Balkonpflanzen keine Unterteller haben, in der sich Wasser sammeln könnte. Vorher hat er noch mithilfe einer Taschenlampe unsere einzige Indoorpflanze untersucht. Die Kontrolle der Toilettenbürsten ist mir erspart geblieben. In unserem Appartement hätte er aber auch nirgendwo stehendes Wasser entdeckt, denn die 200 S$ Geldbuße für gefundene Mückeneier erspare ich mir gerne.

Beim ersten Vergehen wird meist nur eine Verwarnung erteilt, aber aufgrund der aktuellen Zika-Lage sind alle etwas angespannt. Die Verwehrung des Zutritts in die Wohnung kann darum auch 500 S$ kosten.
Für Firmen, besonders auf den Baustellen, ist es noch teurer und geht bis zu 10.000 S$ wenn Mückennester gefunden werden. Bei Wiederholungsfällen kann es sogar mit sechs Monaten Gefängnis enden.

Man kann davon halten, was man will und es gibt Fürs und Widers. Aber ich persönlich bin froh, dass die Mückenplage in Singapur gering gehalten wird. Durch sogenanntes „Fogging“ wird überall in den Condos und auf öffentlichem Grund Vorsorge betrieben. Dazu wird Insektenspray weitläufig und großzügig versprüht. Bei uns passiert das jeden Mittwoch. Im Treppenhaus gibt es einen Aushang, in dem gebeten wird die Fenster geschlossen zu halten, damit keine flüchtenden Insekten in die Wohnungen gelangen. Dazu gehören auch Kakerlaken und spätestens bei dem Thema hört der Spaß für mich auf. Aber nicht nur wegen der Tiere halten wir uns daran, sondern auch, weil es sich um eine heftige Chemiekeule handelt. Diese wirkt sehr effizient.
Vor 50 Jahren galt Singapur noch als malariaverseucht, doch wenn heute ein Insekt in der Luft herumschwirrt, bin ich total überrascht und denke ‘Wo kommst du denn her?’.

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