„Beethoven im Garten”

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Die 7. Sinfonie von Beethoven im Botanischen Garten war ein durchschlagender Erfolg.
3000 Zuschauer (und wir) folgten am Wochenende der Einladung der Deutschen Botschaft und machten mit Freunden einen Ausflug in den Botanischen Garten. Mit einem Konzert wurde die deutsch-singapurische Beziehung gefeiert.

Auch auf der Bühne feierten Deutschland und Singapur zusammen: Studenten des Yong Siew Toh Konservatorium spielten gemeinsam mit Musikern der Nürnberger Symphoniker, deren neuer Chefdirigent Kahchun Wong heißt – ein Singapurer.

Ich durfte Kahchun Wong schon am Donnerstag vor dem Konzert anlässlich einer Probe treffen und habe die kräftige Musik im klimatisierten Konzertsaal genossen.

Am Samstag also Outdoor. Von der MRT-Station Botanical Garden ist es noch einen Kilometer Fußweg zur Bühne entfernt. Bei der Schwüle ein weiter Marsch. Kurz vor dem Ziel läuft uns doch tatsächlich der Maestro über den Weg, er wollte vor der Vorstellung noch einen Kaffee trinken gehen.

Auf der Wiese vor der “Shaw Symphony Stage” wurden Picknickdecken verteilt. Sehr praktisch, denn vom Open-Air-Kino hatten wir schon die Sitzkissen dabei – unsere Ausrüstung perfektioniert sich von selbst.

Das Konzert war sehr zwanglos, im Park geht es auch nicht anders. Die Kinder sind herumgelaufen, andere Kleine habe ich auch andächtig lauschen gesehen und einer hat sogar fleißig mitdirigiert. Die Akustik ist natürlich nicht so perfekt wie im Konzertsaal, aber die entspannte Atmosphäre mit so vielen Leuten und ihren Picknickkörben war perfekt für einen Samstagabend.

So richtig angenehm wurde es, als Kahchun Wong folgende Ansage machte: „Legt Euch zurück, schließt die Augen und hört zu.“ Daran haben wir uns gerne gehalten. Leider war nach einer Stunde trotz Zugabe schon alles vorbei. Aber noch nicht der Abend, denn Dirk und ich waren zu einem Empfang anlässlich des Konzerts eingeladen. Das war lustig anzusehen, denn so leger gekleidet habe ich bisher noch keine Gesellschaft in der deutschen Residenz erlebt. Dresscode „Openair-Attire“ stand in der Einladung, hatte ich bisher auch noch nie gehört. Sogar Shorts waren erlaubt. Einige Mädels haben vor der Ankunft noch die Schuhe gewechselt. (Es ist in Singapur üblich, zwei Paar Schuhe dabei zu haben: 1 x schick und 1 x bequem.)

Nachdem wir uns in der ersten halben Stunde unter der Klimaanlage stehend abgekühlt haben, wurde es ein kurzweiliger Abend. Wir haben mit den Nürnberger Musikern gesprochen, Jeremy Monteiro kennengelernt (der King of Swing in Singapur) und sogar Kahchun Wong hatte ein paar Minuten Zeit für uns. Ein sehr netter Typ, der sich aufrichtig gefreut hat, dass die Vorstellung bei allen so gut angekommen ist. Für ihn war dieser Abend auch eine seltene Gelegenheit, vor Freunden und Eltern im Publikum zu spielen. Alle zusammen hoffen wir auf eine Wiederholung im nächsten Jahr!

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