Kusu Island – Ausflug mit Seeluft

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In einem Sturm erlitten der Sage nach ein chinesischer und ein malaiischer Fischer Schiffbruch. Eine Meeresschildkröte verwandelte sich in eine Insel um die beiden zu retten: So entstand der Name Kusu Island (Kusu bedeutet im Hokkien-Dialekt „Schildkröte“). Eine schöne Geschichte, aber in einer anderen Erzählung rührt der Name daher, dass die Insel vor diversen Landaufschüttungen die Form einer Schildkröte hatte.  Egal, wir sind vom Marina South Pier mit dem Boot die sechs Kilometer nach Kusu Island gefahren.

Nach 20 Minuten Fahrt betreten wir die Insel und nur wenige Meter vom Anleger entfernt befindet sich der Da Bo Gong-Tempel, in dem der Dankbarkeit und Freundschaft der geretteten Fischer gehuldigt wird.
Wir befinden uns im neunten Monat des Chinesischen Kalenders. Dem Monat, in dem die Fischer vor langer Zeit angeblich gerettet wurden. Jahr für Jahr pilgern viele Taoisten und Buddhisten in diesem Monat als Bittsteller nach Kusu Island. Es wird für Wohlstand, Erfolg und Kindersegen gebetet. Den vielen glühenden und intensiv duftenden Räucherstäbchen nach war der große Ansturm bereits vor uns da.

Ein paar Meter vom Tempel entfernt konnten wir bei den Garküchen eine kurze Pause einlegen. Leider waren die Kühlschränke nicht eingeschaltet und die Getränke wurden nur warm verkauft. Allerdings gab es Eiswürfel dazu und wo die herkamen, hat mir niemand verraten wollen. Bei dieser Hitze habe ich ständig Lust auf Cola, also habe ich eine Dose der warmen Brühe getrunken und weiter ging es auf den Hügel, auf dem sich die Schreine des wohltätigem Syed Abdul Rahman, seiner Mutter und seiner Schwester aus dem 19. Jahrhundert befinden. Den Weg dorthin säumen gelb getünchte Mauern, auf denen die Gläubigen ihre Wünsche schreiben. Unmengen an Lotteriezahlen sind zu sehen und daneben die Bitten für gute Schulnoten und Examen. Daran erkennt man mal wieder die wichtigsten Werte in der Gesellschaft.


Auf dem Hügel angekommen wird für einen kleinen Obulus die Erfüllung der Sehnsüchte nochmals unterstützt. Einfach 2 S$ in das Kästchen werfen und der malaiische Diener fängt laut an zu rufen und zu beten. Danach gibt es sogar noch einen Zuckerbonbon und der Nächste ist dran. Wirkt nicht wirklich fromm, ist aber eine grandiose Show.

Am späten Nachmittag war Ebbe und wir konnten durch die Lagune wandern. Barfuß ist es zu gefährlich, denn die auf das Wasser wartende Tierwelt ist zahlreich vertreten. Es liegen so viele Schnecken im Sand, dass man immer welche unter den Füßen hat. Ausweichen ist auch schwierig, denn dann könnte man auf eine der Korallen treten. Ich habe mich gegen die Schnecken und für die Korallen entschieden. Eine Seegurke konnte ich anfassen, das war merkwürdig. Die Haut fühlt sich hart, aber sehr dünn an und darunter ist es wabbelig. Anemonen sind sehr zahlreich vertreten und fast hätten wir Nemo gefunden.

Die Kinder bei uns sind fast ausgeflippt und konnten sich nicht satt sehen an dem ganzen Getier, das zu sehen war. Ich habe auch nicht erwartet, dass es so interessant wird auf der kleinen Insel.

Um 19:00 Uhr fährt täglich das letzte Boot zurück nach Singapur. Kurz nach der Abfahrt mussten wir nochmal umkehren, weil zwei Passagiere vergessen wurden. Aber dann ging es zurück mit einem wunderschönen Blick auf das beleuchtete Marina Bay Sands.

Zurück am Pier hat mein Freund Fred am Auto noch eine Überraschung parat gehabt. Kofferraumhaube auf und es erschienen eisgekühltes Bier, Schnitzel, Gurken, Brot und Schokolade. Der Mann weiß wirklich, wie man einen Abend ausklingen lässt!

 

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