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Designermesse

Außergewöhnliche Designerkleidung, Schmuck, Haushaltsartikel, Dekoration und alles was das leben schöner macht, ist zwei Mal im Jahr bei der Boutique Fairs im F1 Pit Building zu finden.

Wo sonst Vettel und Konsorten jedes Jahr im September ihre Fahrerlager aufschlagen, findet an diesem Wochenende wieder die Frühlingsveranstaltung der Boutique-Messe in den Stockwerken über der Boxengasse statt.

300 Designer und Marken bieten ihre Kollektionen auf 6000 m² an, und kaum jemand geht ohne gefüllte Einkaufstasche nach Hause. Man ahnt ja gar nicht, was man alles noch nicht hat und unbedingt eventuell irgendwann gebrauchen kann!

Auch ich habe zugeschlagen und ein Buch erstanden, das schon lange auf meiner Liste steht. Es handelt sich um ein Kochbuch des Internationalen Kochclub Singapur (ICCS). Eine private Aktion einer Expat-Lady, an der mittlerweile über 600 Frauen beteiligt sind. Feste Gruppen treffen sich regelmäßig zum gemeinsamen Kochen, die Gastgeberin gibt die Rezepte – meist aus ihrem Heimatland – vor. Ich bin aus Zeitgründen leider nie dabei gewesen, aber meine Kollegin Nadine schreibt in ihrem Blog Singapurhochdrei regelmäßig über ihre kulinarischen Erlebnisse.

Ich freue mich total über dieses besondere Singapur-Erinnerungsstück, zumal auch ein Rezept einer anderen Kollegin im „The Red Dot Melting Pot Cookbook“ zu finden ist. Christiane: Ich brauche noch ein Autogramm auf die Schwarzwälder Kirschtorte!

Das war es leider mit meiner Ausbeute. Die Schuhe waren zu klein, Bikinis wollte ich nicht anprobieren und Taschen habe ich schon so einige. Im Herbst kommt die nächste Boutique Fairs, vielleicht bin ich dann mal großzügiger zu mir selbst.

Wer morgen, am Sonntag, 31.03.2019, noch hingehen möchte:

F1 Pit Building
1 Republic Boulevard
Singapore 038975
Level 2 & 3

10 bis 18 Uhr

 

 




Raus aus Singapur: Bintan

Bintan ist das Paradies für Golfer, aber auch Strandliebhaber kommen auf ihre Kosten. Nur eine kurze Fahrt mit der Fähre von Singapur entfernt wird das Wochenende zum Kurzurlaub.

Singapur hat ungefähr die Flächengröße von Hamburg und bietet ebenfalls eine Menge an Ausflugszielen außerhalb der Stadt. Der Unterschied: Von Hamburg an die Ostsee fährt man über die Autobahn, von Singapur „aufs Land“ überquert man die Landesgrenze. Dazu ist Singapur eine Insel. Wer also nicht über die Brücke nach Johor Bahru fährt und auch kein Flugzeug nutzen will, muss eine Fähre nehmen. Am besten gleich auf eine andere Insel. Täglich gibt es 16 Routen nach Bintan in Indonesien, die zwischen einer und zwei Stunden dauern, wir sind vom Tanah Merah Ferry Terminal losgefahren. Da wir mit Dirks German Swiss Golf Club unterwegs waren und ein Package gebucht hatten, wurden die Zollformalitäten sehr schnell für uns erledigt und wir stiegen bequem am Terminal in den Bus, der uns ins Bintan Lagoon Resort brachte.

Mit Zimmerblick auf das südchinesische Meer wollte ich gleich meinen neuen Badeanzug an den Strand ausführen, doch die Golfertruppe musste auf den Platz – der zum Hotel gehört. Auch gut. Wir waren zwei Nichtgolferinnen (eine konnte es noch nie und die andere war verletzt – der Esel nennt sich immer zuerst …) und haben uns einen gemütlichen Nachmittag auf der überdachten Terrasse gemacht wobei die Getränkekarte eingehend durchprobiert wurde. Das mit dem Pimm‘s wurde schwierig und OiLeng hätte sich beinahe selbst hinter die Bar gestellt. Würde ihr aber verwehrt. Dafür wurde ihren Anweisungen nach und nach doch Folge geleistet und nach vier Versuchen waren die Drinks perfekt. Danach haben wir es bei Bier belassen, man muss auch mal entspannen.

Das Turnier um die neu ausgerufene Dieter-Gumpert-Trophy hat am zweiten Tag auf einem anderen Platz stattgefunden. Dieter Gumpert war lange Leiter des Golfclubs (neben seinen vielen anderen Ämtern, unter anderem war Dieter langjähriger Präsident des deutschen Clubs, Mitgründer der deutschen Schule und ehemaliger Berater der deutsch singapurischen Handelskammer). Er war auch als Golfnarr bekannt, wollte allerdings „am liebsten nur auf den Platz und Bälle schlagen“, wie mir seine Frau OiLeng beim Pimm’s erzählte. Driving Range und Trainerstunden waren nicht so sein Ding, das war ihm nicht gesellig genug. Nach seinem Tod im vergangenen Herbst ist eine große Lücke in der deutschen Community Singapurs entstanden und ich finde dieses Turnier in seinem Geburtsmonat eine schöne Idee.

 

 

Weil Dirk sich am ersten Tag am Arm verletzt hatte, konnte er das Turnier leider nicht mitspielen. So hatten wir zusammen Gelegenheit, meinen Badeanzug am Meer zu präsentieren. Leider mussten wir schon bald vor den Sandfliegen fliehen.

 

Später sind wir mit einem Buggy den Golfplatz Ria Bintan abgefahren und haben den anderen beim Spielen zugesehen. Was für eine wunderschöne Anlage! Zum Lunch sind alle im offenen Klubhaus zusammengekommen und nach dem Essen fand die feierliche Siegerehrung statt. Die Gewinner des Tages waren Christine & Thomas Peter. Aber nur zum Gewinnen ist niemand angereist. Es war ein sehr schönes Wochenende bei herrlichem Wetter mit vielen netten Menschen, noch mehr Sonnenschein und lustigen Gesprächen – ein gelungenes Wochenende vor den Toren Singapurs.

 

 




Singapore Grand Prix 2019

Wenn man ein paar Rennwochenenden in Singapur erlebt hat könnte man denken, alles gesehen zu haben. Der Kurs ist immer derselbe, der Krach immer laut und die Fahrer wechseln auch nicht jedes Jahr. Aber wir sind in Singapur – da ist ein Rennen nicht einfach nur ein Rennen!

Vom 20. bis 22. September findet das spektakuläre Formel-1-Event 2019 statt. In diesem Jahr sind nicht nur deutsche Fahrer mit am Start, auch Musikfans freuen sich auf deutsche Beteiligung am 100-Stunden-Entertainment-Programm wie nun bekannt gegeben wurde!

Am Hauptrenntag (22. September) wird Oscar-Gewinner Hans Zimmer auf der Wharf Stage in Zone 1 seine preisgekrönten Werke mit einem Sinfonieorchester live präsentieren, unter anderem aus den Soundtracks von The Lion King, Gladiator und Fluch der Karibik.

Fans der elektronischen Musik werden von Wolfgang Flür mit seinem unverkennbaren Mix aus Tech House und Electro versorgt. Die Show zeigt Videos und kaum bekannte Bilder aus seiner Zeit als Schlagzeuger von Kraftwerk.

Und viele weitere Highlights werden aufgefahren: Swedish House Mafia, Red Hot Chili Peppers, Cardi B, Fatboy Slim, Muse, Larkin Poe … die ganze Liste gibt es hier.

Tickets für den Formel 1 Singapore Airlines Singapore Grand Prix 2019 können über www.singaporegp.sg, die Ticketing-Hotline +65 6738 6738 sowie alle autorisierten Vertreter von Singapore GP erworben werden. Die Preise für das Rennspektakel starten bei 98 S$ für die Tageskarte und bei 268 S$ für das gesamte Wochenende (Freitag bis Sonntag).

 




Besuch bei den Pandas

Kai Kai ist der totale Poser und genießt die Aufmerksamkeit der Zoo-Besucher. Jia Jia ist dagegen sehr scheu und zieht sich lieber zurück. Dafür gibt es sogar eine Entschuldigung auf einem Schild an ihrem Gehege.

„Warst Du schon bei der River Safari?“ – „Nö, Zoos sind nicht so mein Ding.“ Dann hat Onkel Google mir aber verraten, dass die Pandabären in Singapur nur in diesem Zoo zu sehen sind. Kommt man bei dem Namen nicht von allein drauf und schon bin ich froh, überredet worden zu sein.

Fische, Schlangen, Seekühe und so weiter sind in großen Aquarien zu sehen und für die Kinder sind die bodentiefen Becken toll, so können auch die Kleinsten alles sehen und die Tiere beobachten. Der Park ist auf den meisten Wegen überdacht (es gibt nur einen Rundgang, kein hin und her), es ist also egal, bei welchem Wetter der Ausflug stattfindet.

Wie der Name des Zoos vermuten lässt, sind die einzelnen Bereiche und Gehege nach großen Flüssen benannt. Vom Mississippi geht man schnurstracks an den Condo und schlendert danach den Nil entlang. Dann folgen der Ganges, der Mekong sowie der Jangtsekiang. Und da kam mein Einsatz. Endlich und zum ersten Mal in meinem Leben darf ich Pandas in echt sehen. Ich war schockverliebt und hin und weg.

Kai Kai hat sich auf einem Baum liegend zur Schau gestellt und in die Runde geguckt. Er wechselt auch gerne mal die Position und zwischendurch hatte ich das Gefühl, er achtet darauf, für die Kameras auch ja im richtigen Licht zu stehen.

 

Seine Gefährtin hat ein eigenes Gehege, denn Pandas sind Einzelgänger. Einmal im Jahr haben sie ein Date miteinander, denn seit beide im Jahr 2015 geschlechtsreif wurden, wartet die Welt auf Panda-Nachwuchs aus Singapur. Sowohl die natürliche Paarung, die jedes Jahr zwischen März und Mai terminiert ist, wie auch künstliche Befruchtungen waren bisher erfolglos. Viel Zeit bleibt nicht mehr, denn China hat den beiden Bären nur 10 Jahre Aufenthalt in Singapur spendiert und die sind im nächsten Jahr um.

Heute ist einer der Bären wegen eines Gesundheitschecks nicht im Ausstellungsgehege zu sehen. Na, wenn da man kein Hormontest ansteht. Dann müssen die beiden wohl bald wieder ran, ich wünsche ihnen viel Spaß und drücke beide Daumen!

River Safari

Täglich geöffnet
10 – 19 Uhr
Eintritt
Erwachsene S$32 | Kinder S$21
15 % Online-Ermäßigung

80 Mandai Lake Road, Singapore 729826




Warum die Alkaff-Brücke so bunt geworden ist

Wie oft schlendere ich an Kunst vorbei, die in der ganzen Stadt großzügig verteilt ist? Manchmal gehe ich achtlos vorüber, meistens bleibe ich zumindest kurz stehen. „Public Art“ wird seit einigen Jahren in Singapur sehr wichtig genommen. Das Prinzip lautet, dass jedem Bürger des Stadtstaates der Zugang zur Kunst ermöglicht werden soll.

Doch es gibt Kunstwerke, von denen man gar nicht weiß, dass sie eines sind, geschweige denn, dass man etwas über die Geschichte weiß. Täglich gehe ich an der bunten Alkaff-Brücke vorbei oder überquere auf ihr den Singapore River.
In der lokalen Presse habe ich nun einen Artikel über eine der Brücken am Robertson Quay, die quasi vor meiner Haustür liegt, gelesen.

Im Jahr 2003 beschloss Pacita Abad bei einem Kaffee am Singapore River, bereits schwer an Krebs erkrankt, aus der unauffälligen Brücke ein öffentliches Kunstwerk zu machen. Bekannt für ihren Mut zu Farbe, machte sie sich ans Werk, um die Kunst in den Alltag der Singapurer zu bringen. Dafür bemalte Abad die 55 Meter lange Brücke mit 2350 Kreisen in verschiedenen Farben. Bereits im Rollstuhl sitzend arbeitete sie wie besessen noch bis wenige Tage vor ihrem Tod an dem Werk, das ihr letztes werden sollte.

Pacita Abad wurde 1946 auf der philippinischen Insel Batan geboren und wuchs mit elf Geschwistern auf. Nach dem Studium in den USA begann ihre Karriere als Malerin, die sie in mehr als 80 Ländern auf fünf Kontinenten leben ließ. Ihre Werke wurden in über 40 Einzelausstellungen in den USA, Asien, Europa, Afrika und Lateinamerika gezeigt.

Im Dezember 2004 erlag Pacita Abad dem Lungenkrebs. Doch die Singapurer haben mit der farbenfrohen Alkaff-Brücke ein außergewöhnliches Andenken erhalten.




Deutsche Weisheiten unter Singapurern

Herumgesitze ohne etwas tun zu dürfen macht mich normalerweise wahnsinnig. Für die einen ist es ein fester Termin in der Woche, für mich etwas Luxus zwischendurch wenn es sich ergibt: Maniküre und Pediküre.

Heute wurde ich quasi gezwungen! Die Regenzeit hat mal wieder gewaltige Gewitterschauer abgeworfen. Das kann ein paar Stunden dauern. Da das Gewitter sich direkt über mir entlud (keine Zeit zwischen Blitz und Donnerschlag auch nur bis eins zu zählen) habe ich mich lieber untergestellt. Und huch: vor einem Nagelstudio. Das ist kein großer Zufall, denn die gibt es hier wie Sand am Meer.
So habe ich die Zeit gut überbrücken können, anstatt unsinnig unter einem Dach auf schönes Wetter zu warten.
In dem Laden bin ich vorher noch nicht gewesen. Schade eigentlich, denn er ist echt schön. Inmitten der Weihnachtsdeko entdecke ich ein Schild an der Wand:


Die Mädels konnten damit nichts anfangen und es war ihnen auch egal. Nun sitze ich hier, tippe (Hände sind schon fertig) und grübele, wie der Spruch es hierher geschafft hat. Leider können die Mädels nicht viel mehr Englisch als „Have appointment?“ und „Which colour?“ Nachhaken nützt also nix. Mysteriös!
Dafür habe ich nun Hände und Füße schön und der Regen lässt auch nach. 60 S$ hat der Spaß gekostet (Promotion), die moderne Einrichtung muss halt mitbezahlt werden.




Geschmacksexplosion!

Sauerkraut, Wirsing und Frankfurter Grüne Soße sind old fashioned. Dachte ich. Genauso, wie ich auch absolut keine Blutwurst mag. Aber wenn Benjamin kocht, ist es halt anders! Nicht umsonst wurde seine Küche mit dem Singapore Tourism Award 2018 ausgezeichnet.

Nach all dem Hawker-Essen wurde es mal wieder Zeit für etwas Besonderes aus der kulinarischen Welt. Der deutsche Küchenchef Benjamin Halat serviert im Curate Resorts World Sentosa europäische Küche in modernen und einfallsreichen Kreationen. Wir waren zu den deutschen Wochen da. Was für ein Zufall!

Blutwurst zu Glühwein

Der Abend begann im Weinkeller. Überirdisch, aber kühl genug, um einen Glühwein zu trinken. Dieser wurde in einem japanischen Coffeemaker zubereitet. Schmeckt nicht nur himmlisch (Glühwein mag ich sonst auch nicht – bin ziemlich „krüsch“, wie der Hamburger sagt), sondern gibt auch eine tolle Show her. So saßen wir auf Lammfellen in Singapur und haben uns warmen Wein zu Blutwurst schmecken lassen.

 

Für den nächsten Gang durften wir wieder im Restaurant Platz nehmen und die Überraschungen nahmen ihren Lauf. Ich erzähle mal lieber in Bildern, denn es sah alles so schön aus:

Foie Gras mit Gurkengelee auf Dunkelbierchip

Ei und Kaviar auf Frankfurter Grüne Soße

 

 

 

 

 

Sauerkraut in Sauerkrautessenz

Kabeljau mit Senfsoße

Wirsing mit Wild

Lebkuchen und Bratapfel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und so ging es immer weiter. Alles war großartig! Wir wurden immer langsamer beim Essen. Die Aromen und Geschmäcker waren so intensiv, dass wir jede Beilage einzeln probieren mussten. Das Sauerkraut war zum Beispiel zu schmecken, aber nicht zu erkennen (wird natürlich selbst angesetzt, steht im Weinkeller). Auch das Brot ist selbstgebacken, da komme ich mit meiner Backmaschine nicht hinterher.

Ein Gang folgte dem nächsten und auch der Gesprächsstoff ging uns nicht aus. Jedes Gericht wurde nicht nur im Mund sondern auch verbal durchgekaut. Souffliertes Ei mit Kaviar probiert man eben nicht jeden Tag. Benjamin Halat hat sich von uns mit Fragen löchern lassen und ist zwischendurch wieder in den Küchenbereich verschwunden, um mit seinem Team weiterzuarbeiten. Mit Pinzetten werden in endloser Mühe die Teller angerichtet.

 

Nun hat man selten vier Stunden Zeit für 14 Gänge zum Abendessen. Aber so ab und zu sich von jemanden bekochen zu lassen, der es richtig draufhat, das macht schon Spaß! Unser Menü wird noch bis zum 1. Januar 2019 im Curate angeboten, danach warten neue Köstlichkeiten.

 

 

 

 




Eiskaffee mit Porträt

Ich habe mich selbst getrunken. (Kein Schreibfehler.) Im arabischen Viertel in der Haji Lane gibt es das Café „Selfie Coffee“. Nach der Bestellung des Getränks macht man ein Selfie mit dem Handy und dieses wird auf einer dicken Milchcreme in Farbe aufgedruckt.

Lustiger Gag für eine Pause zwischendurch und mit 8,50 S$ nur etwas teurer als ein normaler Kaffee. Die Selfieprodukton funktioniert nur mit kalten Getränken, also gab es einen Eiskaffee. Um ihn genießbar zu machen, musste ich mein Selbstbildnis leider umrühren und zerstören, weil dort der Zucker inhalten war.

Völlig unnütz, nicht oberlecker, aber lustig und auf jeden Fall ein paar Fotos für Facebook und Instagram wert 🙂

 

Adresse: 11 Haji LN




200 Jahre „Stille Nacht, Heilige Nacht“ in Singapur

Endlich gab es mal eine gemeinsame Initiative von Institutionen aller deutschsprachigen in Singapur vertretenen Länder: Die österreichische Botschaft lud gemeinsam mit den beiden deutschsprachigen Gemeinden, der deutschen und der Schweizer Botschaft sowie mit der GESS und der German Association die deutsche Community und singapurische Gäste zu einem „Stille Nacht, Heilige Nacht-Abend“ in die St. Teresa Church ein. Übrigens eine wunderschöne Kirche, die 1929 eingeweiht wurde und an SacréCœur de Montmartre in Paris erinnert.

Traditionell läuten die evangelische und die katholische deutschsprachige Gemeinde gemeinsam jedes Jahr die Adventszeit ein. So hielten am vergangenen Sonntag deren Vorsteher, Pfarrer Fogl und Pfarrer Happel, eine ökumenische Friedensmeditation und würdigten zusammen mit 300 Zuhörern zu diesem Anlass auch den 200. Geburtstag des berühmtesten Weihnachtslieds der Welt. Mittlerweile in mehr als 300 Sprachen übersetzt, wurde das Lied aus Oberndorf im Salzburger Land an diesem Abend auf Englisch, Bahasa, Mandarin und Tamil, die vier offiziellen Landessprachen Singapurs, gesungen.

Mit weiteren Vorträgen, Gebeten, dem Gospelchor der deutschsprachigen evangelischen Gemeinde und dem Kirchenchor der deutschsprachigen katholischen Gemeinde wurde daran erinnert, welches Glück wir in Singapur und Europa haben, bereits seit Jahrzehnten von Krieg verschont zu sein – die meisten von uns kennen ihn nur noch aus Erzählungen.

Hinterher gab es noch ein Beisammensein bei Schnittchen, Stollen und Plätzchen und bei jedem ist die Botschaft des Abends klar angekommen: Jeder einzelne kann und muss etwas für den Frieden tun, damit auch die nächsten Generationen sich an keinen Krieg werden erinnern können.

 

 




National Day der Österreicher mit Musik

Sechs Musiker für sechs Komponistinnen. So weit die Statistik. Das Besondere: Die eine Hälfte der Komponistinnen stammt aus Österreich, die andere aus Singapur. Gewagt und experimentell war das Event, dass die österreichische Botschafterin in Singapur, Karin Grohe-Fichtinger mit ihrem Botschaftsteam auf die Beine gestellt hat.

Bereits im letzten Jahr gab es zum österreichischen Nationalfeiertag ein großartiges Konzert im Chijmes. Die Botschafterin versprach, dass es im folgenden Jahr zum hundertjährigen Jubiläum der Republik Österreich keine Wiederholung  gäbe. Aber weil ihre Exzellenz immer für Überraschungen gut ist, flatterte vor ein paar Wochen eine Einladung für das Chijmes ins Haus. Mit Konzertankündigung. „…???”

Ankunft in der Chijmes Hall, nette Begrüßung der Obersten der Botschaft am Eingang – alles wie mittlerweile doch wieder erwartet, war ja auch sehr schön im letzten Jahr, von dem Abend wurde noch lange geschwärmt. Ich habe alte und neue Bekannte getroffen, nett geplaudert, dann kam die Aufforderung, bitte die Plätze einzunehmen. Nach ein paar kurzweiligen Reden ging es dann los mit der Musik. Das erste Stück, „Lokus Fokus“ von Katharina Klement, war sehr schön und das Publikum entspannte lauschend auf den bequemen Stühlen. Danach Abgang der Musiker und erneuter Aufgang. ,Sind das nicht dieselben? Egal, Hauptsache es geht weiter.‘ Und es ging sehr modern weiter mit dem Ensemble „SETTS“. So modern, dass wir uns in den hintersten Reihen irritiert ansahen. Folgend wieder ein „musikalisches” Stück. So verliefen eineinhalb Stunden. Ehrlich gesagt habe ich manchmal gedacht, die Instrumente werden neu gestimmt („For – for Clarinet and Piano“ von Diana Soh). Doch dafür waren die Künstler zu sehr in die Noten vertieft.

Der Applaus war verhalten, doch das Publikum bestand nicht nur aus Kunstkennern, die Zuhörerschaft war ein bunter Mix der österreichischen, singapurischen, deutschen und Schweizer Gemeinde. Man traute sich nicht so recht. Dafür hat es nach der Veranstaltung an Gesprächsthemen nicht gemangelt. Niemand war enttäuscht, stattdessen wurde über die Werke nachgedacht und diskutiert. Was dem einen nicht gefallen hat, fand der andere ganz toll. So haben wir einen sehr anregenden Abend verbracht. Ein gelungener Mix, mit dem die Österreicher uns überrascht haben, es war ein toller Abend mit ganz anderen Unterhaltungen als sonst bei diesen Anlässen.