Besuch bei den Pandas

Kai Kai ist der totale Poser und genießt die Aufmerksamkeit der Zoo-Besucher. Jia Jia ist dagegen sehr scheu und zieht sich lieber zurück. Dafür gibt es sogar eine Entschuldigung auf einem Schild an ihrem Gehege.

„Warst Du schon bei der River Safari?“ – „Nö, Zoos sind nicht so mein Ding.“ Dann hat Onkel Google mir aber verraten, dass die Pandabären in Singapur nur in diesem Zoo zu sehen sind. Kommt man bei dem Namen nicht von allein drauf und schon bin ich froh, überredet worden zu sein.

Fische, Schlangen, Seekühe und so weiter sind in großen Aquarien zu sehen und für die Kinder sind die bodentiefen Becken toll, so können auch die Kleinsten alles sehen und die Tiere beobachten. Der Park ist auf den meisten Wegen überdacht (es gibt nur einen Rundgang, kein hin und her), es ist also egal, bei welchem Wetter der Ausflug stattfindet.

Wie der Name des Zoos vermuten lässt, sind die einzelnen Bereiche und Gehege nach großen Flüssen benannt. Vom Mississippi geht man schnurstracks an den Condo und schlendert danach den Nil entlang. Dann folgen der Ganges, der Mekong sowie der Jangtsekiang. Und da kam mein Einsatz. Endlich und zum ersten Mal in meinem Leben darf ich Pandas in echt sehen. Ich war schockverliebt und hin und weg.

Kai Kai hat sich auf einem Baum liegend zur Schau gestellt und in die Runde geguckt. Er wechselt auch gerne mal die Position und zwischendurch hatte ich das Gefühl, er achtet darauf, für die Kameras auch ja im richtigen Licht zu stehen.

 

Seine Gefährtin hat ein eigenes Gehege, denn Pandas sind Einzelgänger. Einmal im Jahr haben sie ein Date miteinander, denn seit beide im Jahr 2015 geschlechtsreif wurden, wartet die Welt auf Panda-Nachwuchs aus Singapur. Sowohl die natürliche Paarung, die jedes Jahr zwischen März und Mai terminiert ist, wie auch künstliche Befruchtungen waren bisher erfolglos. Viel Zeit bleibt nicht mehr, denn China hat den beiden Bären nur 10 Jahre Aufenthalt in Singapur spendiert und die sind im nächsten Jahr um.

Heute ist einer der Bären wegen eines Gesundheitschecks nicht im Ausstellungsgehege zu sehen. Na, wenn da man kein Hormontest ansteht. Dann müssen die beiden wohl bald wieder ran, ich wünsche ihnen viel Spaß und drücke beide Daumen!

River Safari

Täglich geöffnet
10 – 19 Uhr
Eintritt
Erwachsene S$32 | Kinder S$21
15 % Online-Ermäßigung

80 Mandai Lake Road, Singapore 729826




What to do at CNY – Open house im Istana

Wer über die Chinese New Year-Feiertage in Singapur geblieben ist und am 6. Februar noch nichts vorhat: Der Istana öffnet seine Pforten.

Nur wenige Tage im Jahr ist die Anlage des Istanas für die Öffentlichkeit zugänglich. Wer schon immer mal wissen wollte, wie und wo die Präsidentin Singapurs, Halimah Jacob, residiert, darf am kommenden Mittwoch durch die Parkanlage und sogar durch einige offiziellen Räume schlendern und die Gastgeschenke vergangener Staatsbesuche besichtigen. Hier mein Bericht von unserem Besuch 2017.

Eingang Orchard Road, Eintritt 2 S$

https://www.istana.gov.sg/Visit-And-Explore/Istana-Open-House

Weitere Öffnungstage 2019:

1. Mai

5. Juni

28. Juli

6. Oktober

27. Oktober




Bukit Timah – Der höchste Gipfel von Singapur

Bergsteigen in Singapur. Kein Problem und schnell erledigt! Die höchste natürliche Erhebung in Singapur ist der Bukit Timah. (Bukit ist malaiisch für Hügel.)

Wir haben den Aufstieg auf uns genommen und sind die 163,63 Meter mutig hochgeklettert. Ein netter Spaziergang, der bummelige 30 Minuten dauert. Die Hinfahrt mit Bus und Bahn hat uns das Doppelte an Zeit gekostet, obwohl der „Berg“ nur 12 Kilometer von der Innenstadt entfernt liegt.

Das Bukit Timah Nature Reserve bietet einen primären Regenwald in der geografischen Mitte Singapurs, womit sich folgender Hinweis für die Geschichtsliebhaber erklärt: Mit Einnahme des Hügels der Japaner im Februar 1942 mussten sich die Briten vorerst geschlagen geben. Ein trauriges altes Kapitel, dass den Japanern noch heute nicht wirklich verziehen wird.

Unser Aufstieg startete am Besucherzentrum. Wir waren nicht die einzigen am Sonntagnachmittag. Spaziergänger, Jogger, Radfahrer (auf einer eigenen Montainbikestrecke), Hobbyfotografen und sogar Rückwärtsläufer waren unterwegs.

Oben angekommen gibt es leider keine Entschädigung für den Gewaltmarsch, denn der Blick wird von den hochgewachsenen Bäumen versperrt. Dafür wurde aber ein schöner Findling aufgestellt, um gebührende Beweisfotos zu machen.

Zur Abwechslung haben wir für den Rückweg eine andere Route genommen. Auf diesem Weg haben wir auch Langschwanzmalaken beobachten können: Eine ganze Bande – auch ganz junge Tiere – hat sich in den Bäumen vergnügt. Das war echt süß. Füttern ist streng verboten und wer Essbares dabei hat, sollte gut darauf aufpassen. Die Affen sind sehr auf Plastiktüten und Rucksäcke fokussiert, weil dort erfahrungsgemäß immer Beute zu machen ist. Wir hatten nur Wasser dabei und waren damit völlig uninteressant.

Von der Bushaltestelle vor der deutschen Schule ging es durchgeschwitzt wieder heimwärts, ein feiner kleiner Ausflug am Sonntagnachmittag.




Warum die Alkaff-Brücke so bunt geworden ist

Wie oft schlendere ich an Kunst vorbei, die in der ganzen Stadt großzügig verteilt ist? Manchmal gehe ich achtlos vorüber, meistens bleibe ich zumindest kurz stehen. „Public Art“ wird seit einigen Jahren in Singapur sehr wichtig genommen. Das Prinzip lautet, dass jedem Bürger des Stadtstaates der Zugang zur Kunst ermöglicht werden soll.

Doch es gibt Kunstwerke, von denen man gar nicht weiß, dass sie eines sind, geschweige denn, dass man etwas über die Geschichte weiß. Täglich gehe ich an der bunten Alkaff-Brücke vorbei oder überquere auf ihr den Singapore River.
In der lokalen Presse habe ich nun einen Artikel über eine der Brücken am Robertson Quay, die quasi vor meiner Haustür liegt, gelesen.

Im Jahr 2003 beschloss Pacita Abad bei einem Kaffee am Singapore River, bereits schwer an Krebs erkrankt, aus der unauffälligen Brücke ein öffentliches Kunstwerk zu machen. Bekannt für ihren Mut zu Farbe, machte sie sich ans Werk, um die Kunst in den Alltag der Singapurer zu bringen. Dafür bemalte Abad die 55 Meter lange Brücke mit 2350 Kreisen in verschiedenen Farben. Bereits im Rollstuhl sitzend arbeitete sie wie besessen noch bis wenige Tage vor ihrem Tod an dem Werk, das ihr letztes werden sollte.

Pacita Abad wurde 1946 auf der philippinischen Insel Batan geboren und wuchs mit elf Geschwistern auf. Nach dem Studium in den USA begann ihre Karriere als Malerin, die sie in mehr als 80 Ländern auf fünf Kontinenten leben ließ. Ihre Werke wurden in über 40 Einzelausstellungen in den USA, Asien, Europa, Afrika und Lateinamerika gezeigt.

Im Dezember 2004 erlag Pacita Abad dem Lungenkrebs. Doch die Singapurer haben mit der farbenfrohen Alkaff-Brücke ein außergewöhnliches Andenken erhalten.




Tian Tan in Hong Kong

In Hong Kong gibt es so vieles zu sehen und zu erleben, ich bin echt verliebt in diese Stadt. Während meines ersten Besuchs stand auch ein Ausflug zum „Tian Tan“, oder auch „Big Buddha“ genannt, an.

Noch vor einem viertel Jahrhundert war das Kloster Po Lin einsam in die üppige Berglandschaft von Lantau Island eingebettet. Bekannt wurde es erst 1993 mit der Errichtung des Tian Tan. Bis 2011 galt die Statue mit ihren 34 Metern als die größte, heute „nur noch“ die zweitgrößte freistehende aber doch sitzende Buddhastatue weltweit. Jährlich besuchen tausende Gäste das Monument, das ein harmonisches Verhältnis zwischen Mensch, Natur und Religion symbolisiert.

Mit der MTR (U-Bahn) fahre ich bis zur Station „Tung Chung“ und steige dort in die Seilbahn „Ngong Ping 360“. Während der Fahrt präsentiert sich ein spektakuläre Ausblick über den Flughafen, über die umliegenden Inseln, die neue Brücke nach Macao und über grünbewachsene Hügel. Auf einem dieser Hügel erscheint dann auch der stolze Buddha mit seinem Blick gen Norden nach China. So vergeht die Zeit rasend schnell und Schwupps ist man auf 500 Meter Höhe und muss aussteigen.

Bevor ich die 268 Stufen erreiche, die zum lächelnden Buddha führen, passiere ich mit all den anderen Touristen ein Souvenirdorf, in dem sich ein Geschäft an das andere Restaurant reiht. Ein Souvenirstand hat mich wirklich anhalten lassen:

Später hat mir eine Freundin mit chinesischen Wurzeln erklärt, dass im Buddhismus Räuchergefäße in allen Formen für Gebete und zur Meditation genutzt werden können und sollen. War trotzdem lustig.

Dann wurde es aber Zeit für den Aufstieg und ist man erstmal oben, folgt prompt die Entschädigung für alle Anstrengungen: Ein wunderschöner Ausblick über das Südchinesische Meer. Den Tian Tan habe ich mir lieber nochmal in Ruhe von unten angesehen, so wirkt er wesentlich beeindruckender. Ein herrlicher Ausflug für alle, die dem Trubel von Hong Kong entfliehen möchten.

 




Frauke vom Dach – meine liebsten Rooftop-Bars

Es gibt so viele Rooftop-Bars in Singapur, aber nur eine kann die höchste sein: Das 1-Altitude, auf 282 Meter im 62. Stock am Raffles Place gelegen, bietet einen einzigartigen 360°-Blick.

Blick vom 1-Altitude

Wenn es nur irgendwie geht, werden die Dächer Singapurs zur Bar umgewandelt und darunter gibt es phantastische Locations, die nicht in jedem Reiseführer stehen. Rooftop bedeutet nicht unbedingt wahnsinnig hoch hinaus wie das Cé La Vie im Marina Bay Sands neben dem wohl berühmtesten Pool der Welt. Übrigens eine nettere Form der Aussicht als die Plattform ein Stockwerk tiefer, die 23 S$ Eintritt kostet. Dann lieber im Erdgeschoss den 20-S$-Gutschein bezahlen und in den 57. Stock hinauffahren, um mit einem Drink in der Hand den noch besseren Ausblick auf die Marina Bay und auf die Super trees zu nutzen.

Selbst die National Gallery hat eine Bar auf dem Dach. Für die immer noch Unvernünftigen: Der Name „smoke & mirrors“ ist nicht Programm. Rauchen ist hier überall verboten. Dafür ist sie die perfekte Dachbar für diejenigen mit Höhenangst: Schlappe 6 Stockwerke hoch sitzt man hier mit Aussicht auf den Padang und auf die vor Singapur liegenden Schiffe.

Noch etwas niedriger liegt das Lantern. Früher erfüllten die roten Laternen den Zweck, den ankommenden Schiffen den Weg zu weisen. Heute kann man es sich auf dem Dach des Fullerton Bay Hotel unter anderem auf Daybeds gemütlich machen oder in den Pool springen. Mittwochs ist hier Ladies Night, von 20 bis 21 Uhr bekommen die Mädels freie Drinks. Habe ich schon mit Linda während ihres 36-Stunden-Stoppover von Australien auf dem Weg nach Hause ausgenutzt.

Mr Punch Public House

Es gibt noch viele weitere Bars in luftiger Höhe. Im Art-Déco-Viertel Tiong Bahru zum Beispiel. Das Lin ist etwas schwierig zu finden, weil der Zutritt durch die Lobby des „Lin Hotel“ führt, aber hier kann man nicht nur als Hotelgast einen lauschigen Abend verbringen. Lauschig und ruhig war es auch im Mr Punch Public House im Mint Museum of Toy im arabischen Viertel. Im Erdgeschoss herrscht viel Trubel bei Live-Musik, aber im 4. Stock hatten wir mit drei Mädels die Bar für uns. (Danke Anita und Karin für diesen puppenlustigen Abend!)

Das Loof

Meine allererste Rooftop-Bar habe ich bei unserem „Antrittsbesuch“ in Singapur kennengelernt: Das Loof – eine Anspielung auf die Tatsache, dass es den Chinesen schwer fällt, das “R” auszusprechen. Darum gibt es zum Wochenende auch das Motto “Fliday at Loof”. Ist aber nichts für Trüffelhasser, denn hier im Odeon Tower sind Trüffel-Pommes der Renner. Überwiegend junges Publikum trifft sich in diesem Restaurant gegenüber des Raffles-Hotel, ist aber auch den Älteren jenseits der 40 sehr aufgeschlossen und wir hatten hier schon viele lustige Abende. Der Sing Sling, ein Cocktail der in Singapur vom Barkeeper Ngiam Tong Boon kreiert wurde, sollte hier unbedingt probiert werden. Und nun wisst Ihr auch, warum diese Webseite heißt, wie sie heißt: Der Name ist eine Erinnerung an den Abend, an dem ich im Loof vor diesem Cocktail saß und mich gefragt habe, ob ich in diesem Land leben könnte. Die Antwort erübrigt sich.

Das LeVeL33 bietet nicht nur einen phantastischen Ausblick auf Marina Bay sondern auch die höchstgelegene Brauerei des Landes. Auf 156 Meter Höhe vereinigen sich Hopfen und Wasser zum alkoholischen Kaltgetränk. Wie Braumeister Gabriel Garcia das hinbekommt, erfahrt Ihr hier.

8. Geburtstag LeVeL33

Acht Jahre existiert diese Bierinstitution nun schon und weil die Zahl acht für die Chinesen vom Laut her Wohlstand bedeutet, war das eine Party wert. Dieser Einladung sind Dirk und ich sehr gerne gefolgt und haben bei leckerem Essen und noch leckererem Bier viele mittlerweile liebgewonnene Bekannte getroffen.

Viele Bars eröffnen neu, andere geben auch schnell wieder auf. Diese Liste kann immer weitergeführt werden und wird auch nie vollständig sein. Ich bleibe dran und versuche regelmäßig zu aktualisieren!

1-Altitude | 1 Raffles Place

Cé La Vie | 1 Bayfront Avenue, Marina Bay Sands Tower 3

smoke & mirrors | 1 St. Andrew’s Road #06-01

Lantern | 80 Collyer Quay

Lin Rooftop Bar | 50 Tiong Bahru Road

Mr Punch Public House | 26 Seah Street

Loof | 331 North Bridge Road #03-07

LeVeL33 | 8 Marina Blvd #33-01




Eiskaffee mit Porträt

Ich habe mich selbst getrunken. (Kein Schreibfehler.) Im arabischen Viertel in der Haji Lane gibt es das Café „Selfie Coffee“. Nach der Bestellung des Getränks macht man ein Selfie mit dem Handy und dieses wird auf einer dicken Milchcreme in Farbe aufgedruckt.

Lustiger Gag für eine Pause zwischendurch und mit 8,50 S$ nur etwas teurer als ein normaler Kaffee. Die Selfieprodukton funktioniert nur mit kalten Getränken, also gab es einen Eiskaffee. Um ihn genießbar zu machen, musste ich mein Selbstbildnis leider umrühren und zerstören, weil dort der Zucker inhalten war.

Völlig unnütz, nicht oberlecker, aber lustig und auf jeden Fall ein paar Fotos für Facebook und Instagram wert 🙂

 

Adresse: 11 Haji LN




Mit dem Kopf eines Löwen und dem Körper eines Fisches: Der Merlion

 

Fünf Merlion-Statuen finden sich in der Stadt, die nur mit der Genehmigung des Singapore Tourism Board (STB) gebaut werden durften. Als eingetragenes Markenzeichen darf nämlich nur das STB das Fabelwesen vermarkten. Der Fischkörper steht für die Lage am Meer und hängt mit dem Ursprung Singapurs zusammen, das aus einem Fischerdorf entstanden ist. Löwen hat es in der Region nie gegeben, trotzdem steht der Kopf für die Stärke und Kraft der Stadt.

Die Symbolfigur Singapurs wird täglich von Hunderten Touristen an der Marina Bay fotografiert. Mit 8 Metern Höhe und einem Gewicht von 70 t speit der Löwenmund pausenlos Meerwasser in die Bay und macht damit auf seine Lage an der Meeresmündung aufmerksam. Seit 1972 steht die Figur am Singapore River, gemäß genauer Feng-Shui-Berechnung nach Osten gerichtet – aber nicht immer am selben Ort. 1997 konnte die große Statue (und ihr nicht weit entfernter 2 Meter großer Bruder) durch die neue Esplanade Bridge nicht mehr von der Uferpromenade gesehen werden. Sie wurden beide 2002 an den neu angelegten Pier mit Blick auf die Marina Bay verlegt.

Hohe Besucher in Singapur bekommen bei offiziellen Anlässen oft Merlion-Statuen geschenkt. Leider habe ich schon mitbekommen, wie der Löwe nach der Überreichung achselzuckend beiseitegelegt wird. Das kann nur daran liegen, dass den Beschenkten die schöne Hintergrundgeschichte dazu nicht erzählt wird:

Der indonesische Prinz Sang Nila Utama geriet im auf Java 14. Jahrhundert zwischen die Fronten zweier hinduistischer Reiche. R flüchtete segelnd übers Meer und entdeckte die Fischerinsel Temasek, wie Singapur damals hieß.

Im Dschungel begegnete er einem Löwen. Doch bevor der Prinz das Tier töten konnte, sahen sich beide in die Augen und Sang Nila Utama senkte sein Schwert. Daraufhin zog sich der Löwe ohne Angriff zurück. Beeindruckt gab der Prinz seiner neuen Heimat den Namen Singhapura: Singha für „Löwe“ und Pura für „Stadt“.

Wenn diese Legende stimmt, wird es ein Tiger gewesen sein, man weiß es nicht genau. Darum existieren mehrere Geschichten über die Namensgebung, aber ich finde diese am Schönsten.

1996 wurde auf Sentosa eine 37 Meter große Statue des Merlions erbaut. Diese hat 12 Stockwerke und ist von innen begehbar. Wir gehen oft an ihr vorbei, wenn wir uns mit Freunden zum Sundowner in unserer Lieblingsbar auf Sentosa treffen.

In Miniaturausgabe gibt es die Figur an jeder Straßenecke zu kaufen, die Marke wird perfekt vermarktet: Taschen, Flaschenöffner, Untersetzer, Magneten und anderer Schnickschnack verkaufen sich gleich für ein paar Dollar mehr, wenn das Wahrzeichen darauf abgebildet ist. Die Schokolade schmeckt deswegen übrigens nicht besser!

 

 

 

 

 

 




Heritage Trail auf Sentosa

Auf Sentosa eröffnete am 8. September das Amara Sanctuary Resort seinen Spazierweg mit Blick auf die Geschichte der britischen Kolonialzeit. Der Trail erkundet Orte und Geschichten aus dem Zweiten Weltkrieg und bietet einen Einblick in das Leben britischer Soldaten in Singapur.

Zwanzig Suiten des Hotels befinden sich in alten Gebäuden, die zwischen 1897 und 1905 erbaut wurden. Sie dienten als Quartiere für verheiratete Soldaten und deren Familien aus Großbritannien. Interessante erhaltene Originalstücke vor jedem Eingang sind die sole cleaner, Vorrichtungen aus Metall, um die beschmutzten Stiefel vor dem Betreten der Wohnungen zu reinigen.

Gegenüber der ehemaligen Baracken existieren noch die letzten zwei begehbaren Luftschutzbunker ihrer Art auf Sentosa. Diese waren nur Regierungs- und Militärbeamten und ihren Familien vorbehalten. In einem der Bunker hängen Fotos und Zitate der Tochter eines britischen Soldaten. Helen Hall beschreibt, wie sie 1941 als 7-Jährige regelmäßig aus dem Haus lief und vor den japanischen Bombenangriffen im Bunker Schutz suchte – immer mit ihrem Teddybär in der Hand.

Ein paar Fußschritte weiter steht der letzte übriggebliebene von sechs Soldatenblocks in der Larkhill Road, die nach dem Standort der Royal School of Artillery, Großbritanniens Hauptausbildungsstätte für die Artillerie der britischen Armee, benannt wurde. Heute beobachten wir Pfaue beim Mittagsschlaf oder beim Herumstolzieren und es erinnert nicht mehr viel daran, dass noch im letzten Jahrhundert die Armee-Einheiten hier marschiert sind.

Am Ende der Begehung haben wir The Gunner, hergestellt aus Ingwerbier, Ginger Ale, Zitrone und einer Prise Angosturabitter, probiert. Der Gunner war ein beliebtes Getränk bei den britischen Soldaten. Wer möchte, kann die Heritage-Tour noch mit einem speziell kreierten kolonialen Lunch (unter anderem selbstverständlich Fish & Chips) für 38S$ ++ für zwei Personen abrunden.

Der geführte Heritage Trail ist jeden Samstag und Sonntag um 10 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich und kostet 18 S$ pro Person für Nicht-Hotelgäste. Anmeldung unter +65 6825 3888 oder sentosa@amarasanctuary.com




Choa Chu Kang Cemetery – Der größte Friedhof Singapurs

Im äußersten Westen der Stadt bin ich selten unterwegs, mit Bus und Bahn dauert es Ewigkeiten dorthin und mit dem Taxi ist zwar die Hinfahrt sehr einfach, doch um zurückzukommen muss man eher bangen, dass sich ein Fahrer zum Abholen erbarmt.

Umso schöner, dass Cony vorgeschlagen hat, mit ihrer Vespa einen Ausflug zum Choa Chu Kang Friedhof zu machen. Der größte Friedhof in Singapur, auf dem Angehörige aller ethnischen Gruppen ihre letzte Ruhe finden. Wir haben unseren Rundgang bei den chinesischen Gräbern begonnen und waren fasziniert.

Auf den ersten Blick sehen alle Parzellen gleich aus, aber bei näherer Betrachtung sind die individuellen Ausstattungen und Gestaltungen sichtbar. Sie liegen sehr dicht beieinander und manche Besucher müssen an fremden Ruhestätten regelrecht vorbeiklettern, um das Grab ihrer Angehörigen zu besuchen.

Jeder Grabstein hat eine lange Inschrift mit chinesischen Schriftzeichen und zeigt ein Bild des Verstorbenen. So blieben selbst wir als Fremde doch hin und wieder andächtig stehen und stellten uns vor, wer da wohl gerade vor uns liegt.

Die Größe des Friedhofes ist gewaltig. Über weite Felder hinweg liegt eine Grabstelle neben der anderen und es kommt mir vor, es ginge hinter dem Horizont immer weiter.

Das ändert sich zurzeit, denn der Friedhof wird von seiner Gesamtfläche von 318 Hektar über einen Zeitraum von mehreren Jahren auf 200 Hektar verkleinert. Auf der gewonnenen Fläche erfolgt die Erweiterung der Tengah Air Base, unter anderem mit einer neuen Landebahn. Dafür müssen insgesamt 80.000 chinesische und muslimische Gräber weichen. Um dieses bewerkstelligen zu können, gab die Regierung im Jahr 1998 bekannt, dass neue Gräber nur noch für die Dauer von 15 Jahren vergeben werden. Die Exhumationen sind in mehrere Phasen eingeteilt und begannen 2014. Die exhumierten Leichname werden auf Staatskosten eingeäschert und an anderen Stellen begraben oder auf See bestattet. Weil den Muslimen die Feuerbestattung untersagt ist, werden diese an andere Plätze des Friedhofs umgebettet.

Ein trauriger Gedanke, dass ein großer Teil dieser 72 Jahre alten Geschichte weichen muss. Und ein Jammer für die aufwendig und teuer gestalteten Gräber. Es sind wirkliche Kunststücke und ich würde gerne die eine oder andere Statue retten, denn es wäre einfach zu schade, wenn alles zertrümmert wird.